Sonntag, 23 Dezember 2007 03:00

Vergiftet, erschossen, erschlagen Empfehlung

geschrieben von 
Artikel bewerten
(0 Stimmen)

Vergiftet, erschossen, erschlagen

Spaziergängerin findet mehr als 20 Tierkadaver in Moorfleet.

Die Polizei hofft auf Hinweise aus der Bevölkerung.

Von Axel Gerdau

                            

Stephanie Bertram (Name geändert) ist fassungslos, angeekelt und traurig.

Bei einem Spaziergang entlang dem Umschlagbahnhof Billwerder (Moorfleet) entdeckte sie am Sonnabend mehr als 20 Tierkadaver.

"Erst habe ich nur eine tote Katze gesehen, aber im hohen Gras daneben lag ein Herz und daneben eine Taube", sagt die 39-Jährige.

Ihr Husky-Welpe war ins Gebüsch gelaufen, auch der Schäferhund hatte Witterung aufgenommen.

Dann der schreckliche Fund: Insgesamt fand Stephanie Bertram sechs Katzen, vier Tauben, einen Waschbären, zwei Enten, fünf Hasen, eine Elster, eine Fasanenhenne, einen Fuchs und drei Läufe eines Wildschweins.

"Ich dachte, ich drehe durch", sagt die Tierfreundin. Sie alarmierte die Polizei.

                

Weiter

 

Der Fachdienst für Umweltdelikte kam sofort. Die Beamten arbeiteten bis in den Abend, zuletzt mithilfe der Feuerwehr, die ein Einsatzfahrzeug mit Scheinwerfern zur Verfügung stellte. Alle Tierkadaver kamen zur Untersuchung ins Institut für Hygiene und Umwelt. Jetzt liegen die ersten Ergebnisse vor. Die Tiere wurden entweder vergiftet, erschossen oder erschlagen - nachdem sie in eine Falle gelaufen waren. Und damit nicht genug. Der Tierquäler hatte der Elster die Federn gestutzt, sodass sie nicht wegfliegen konnte. Einer Taube war Klebeband um die Flügel gewickelt worden, einer anderen fehlte der Kopf. Die drei Wildschwein-Unterbeine waren sorgsam vom Körper abgetrennt. Das vermeintliche Tierherz, das Stephanie Bertram entdeckt hatte, stellte sich als ein zusammengerollter Lungenflügel heraus.

Wer macht so was Fürchterliches? Viele Fragen bleiben offen.

Die Polizei weiß nicht, wer die Tat verübt hat und warum. Fest steht nur, die Tiere wurden im Zeitraum vom 5. bis 8. Dezember dort abgelegt. Polizeisprecher Andreas Schöpflin: "Die Tiere wurden professionell erlegt, die Kadaver waren weitestgehend unversehrt." Ein Jäger hätte die toten Hasen entsorgt oder gegessen, genau wie ein Wilderer. Satanisten hätten weitere Spuren hinterlassen. Die Polizei hofft nun auf Hinweise aus der Bevölkerung (Tel. 428 65 67 89).

Stephanie Bertram hat Angst um ihre Tiere, will daher ihren echten Namen nicht preisgeben. Sie geht täglich mit ihren Hunden am Umschlagbahnhof spazieren. Entlang dem Feldweg wehen Plastikbänder der Polizei im Wind, die die Fundstellen der toten Tiere markieren. "Da wird mir jedes Mal schlecht", sagt sie.

                    

erschienen am 14. Dezember 2007 Quelle:    http://www.abendblatt.de/daten/2007/12/14/827256.html

                                   

Mail-Adresse: Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!">Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
© HP: 
www.haustierdiebstahl-in-deutschland.de

Gelesen 22525 mal Letzte Änderung am Donnerstag, 24 Januar 2013 12:35

Schreibe einen Kommentar

Achten Sie darauf, die erforderlichen Informationen einzugeben (mit Stern * gekennzeichnet).
HTML-Code ist nicht erlaubt.

Login/Registrierung